Kronprinzenkoog-Kirche

Köge Kronprinzenkoog-KircheSchon von weitem ist die Kronprinzenkoog-Kirche in der flachen Marsch zu sehen. Der neugotische Bau wurde Ende 1883 eingeweiht. Im Westen erhebt sich der 40 Meter hohe Turm, an den sich das Kirchenschiff mit kleinen querhausähnlichen Seitenschiffen und einem recht kurzen bühnenartigen Chor anschließt. Im Innern ist der Raum mit neugotischen Gewölben gestaltet, deren Rippen und Gurte von Wandpfeilern und runden Granitsäulen aufsteigen. Gut erhalten sind die Glasfenster des königlichen Instituts für Glasmalerei in Berlin. Aus der Erbauungszeit stammt auch die in neuromanischem Stil geschnitzte Kanzel mit ihren Säulen und Bögen.

In den Jahren 1932/33 fiel die Kirchengemeinde in eine schwere Krise. Als das Kirchenamt einen kommissarischen Pastor einziehen wollte, war der Kirchenvorstand entsetzt und berief sich auf sein Selbstbestimmungsrecht. Einstimmig erklärte das Gremium am 4. Mai 1932 seinen Austritt aus der Landeskirche und gründete die „Freie Kirchengemeinde der Vereinigten Süderdithmarscher Köge“ – ist ein einmaliges Ereignis in der Kirchengeschichte Schleswig-Holsteins. Die Kirchensteuern erhoben sie nun für sich selbst und bezahlten davon ihren Pastor. 1933 wurde der Streit mit einem deutsch-christlichem Kirchenvorstand „leise“ beigelegt und die Amtshandlungen der Jahre 1932/33 für ungültig erklärt.

Auf dem Friedhof hinter der Kirche befindet sich eine Stele von 1866 mit dem Schleswig-Holstein-Wappen, gekrönt vom Kreuz und der Inschrift: „Hier ruhet die Mannschaft des Schleswig-Holsteinischen Kanonenboots Nummer acht, am 9. Nov. 1850 vor der Elbe gekentert.“ Das Schiff kenterte im Sturm vor der Koogküste. Alle 41 Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. 31 Tote wurden hier auf dem Friedhof beerdigt.
Text: Jochen Bufe

Kirchenstraße 35
25709 Kronprinzenkoog
Tele. 04856-391, Fax 04856-904493
email: vereinigte-koege(a)kirche-dithmarschen.de
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