Petri-Kirche Burg

Burg Petri-KircheDie Petri-Kirche, 1281 erstmals urkundlich erwähnt, wurde bereits um das Jahr 1150 erbaut. Die Gründung steht in engem Zusammenhang mit Geschehnissen, die sich 1145 auf der Bökelnburg zugetragen haben sollen. Die Bökelnburg, ein Ringwall, der eine Innenfläche von etwa 100 Metern Durchmesser umschließt, wurde wahrscheinlich um 800 n. Chr., also zur Zeit Karls des Großen, errichtet. Sie liegt wie die Kirche auf einer Anhöhe am Rand der Süderdithmarscher Geest. Eine schmale Senke, in der heute die Burgstraße verläuft, trennt den Burghügel vom Kirchenplatz.

Nach der Überlieferung wurde auf der Bökelnburg 1145 der Stader Graf Rudolf II, erschlagen, weil er trotz schwerer Notzeiten unerbittlich auf der Lieferung des Zinskorns bestanden hatte. Nach einem Rachefeldzug 1148 soll Hartwig, der spätere Erzbischof von Bremen, den Bau einer Sühnekapelle gefordert haben. In diesem Gotteshaus wurden in der Folgezeit Seelenmessen für den Grafen Rudolf II. und seine erschlagenen Gefolgsleute gelesen. Die Kirche erhielt eine wertvolle Reliquie vom Heiligen Petrus, der das Gotteshaus seinen Namen und seine Bedeutung als Wallfahrtsort verdankte. Bis zur Einführung der Reformation strömten alljährlich am 22. Februar, dem St. Petri-Tag, und am Montag nach Ostern die Gläubigen der Umgebung in die Kirche.

Früher war der Eingang an der Westseite dem Altar gegenüber. Der jetzige Eingang an der Nordseite mit dem Vorbau, der Ausbau nach Süden, die sogenannte „Creutzkirche“, und den Dachreiter fügte man der Kirche erst im Laufe der Jahrhunderte an. Die letzte Erweiterung wurde 1963 vorgenommen, als die Kirche um 4,5 Meter nach Westen verlängert wurde. Gleichzeitig wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt und ein neues Taufbecken aus rötlichem Granit aufgestellt.

Die Kanzel mit Schalldeckel wurde 1621 von Jürgen Heitmann d. Ä. aus Wilster geschaffen. Die Figuren an dem vierseitigen Korb der Kanzel stellen die vier Evangelisten dar. Stifter der Kanzel war der Kirchenbaumeister Peter Jacob aus Kuden, wie aus der plattdeutschen Inschrift hervorgeht. Das Holzbild an der Kanzelrückwand stellt den Stifter zusammen mit drei Frauen unter dem Kruzifix dar. Zwei Frauen, die beiden erwachsenen Töchter, sind mit dem Kreuz gekennzeichnet. Das bedeutet, dass sie bereits verstorben waren, als das Bild entstand. Zwei Kinder im Steckkissen sind ebenfalls mit dem Todeskreuz versehen. Nur die Frau des Peter Jacob und er selbst lebten noch, als das Bild gemalt wurde. Da seine Frau Telse 1619 starb war, muss das Bild vorher fertig gewesen sein.

Im Südanbau befindet sich ein großes Gemälde, „Das jüngste Gericht“, von Johann Rost aus Meldorf. Es wurde 1707 fertig gestellt und Johann Rost erhielt dafür als Honorar 40 Mark, das entsprach dem Gegenwert von 1,5 Kühen. Das „Abendmahl“-Bild, 1876 vom Schweizer Maler Heinrich Jenny gemalt, wurde bei der Restaurierung 1963 aus der Kirche entfernt und erst 40 Jahre später wieder aufgehängt.

Die erste Orgel erhielt die Kirche im Jahr 1819. Das Geld dafür war durch Spenden aufgebracht worden. Damals wurde auch der erste seminaristisch gebildete Lehrer, der zugleich in der Lage war, das Organistenamt auszuüben, in Burg angestellt. 1994 erhielt die Kirche ihre jetzige Orgel, eine „Kernorgel“, gebaut vom Orgelbaumeister Alfred Kern aus Straßburg. Ein Segelschiff-Modell, das sich in der Kirche befindet, stiftete der Schiffbauer Detlef Schöning 1922. Die Schifffahrt hatte in der Vergangenheit für Burg eine große Bedeutung. Im 19. Jahrhundert gab es zeitweise drei Werften in Burg und 1899 waren 64 Frachtsegler hier beheimatet. Im Dachreiter der Kirche hängt eine spätgotische Bronzeglocke (15. Jahrhundert) und ein dreistimmiges Geläut aus Stahlglocken im freistehenden Glockenstuhl von 1895.

Bis 1817 wurden die Toten rund um die Petri-Kirche beigesetzt. An der Außenwand der Kirche erinnert daran noch eine Grabplatte, die der Kirchspielvogt Nicolaus Matthießen seiner 1718 verstorbenen Frau zum Gedächtnis legen ließ. Schätzungsweise 10.000 bis 15.000 Kirchspielsangehörige sind im Laufe der Jahrhunderte hier beerdigt worden. Ab 1817/18 nutzte man die Innenfläche des Bökelnburgringwalls als Friedhof. Vorher hatte dort der Burger Pastor seinen Buchweizen angebaut, wie in der Chronik zu lesen ist. Der von Bäumen umstandene mächtige Wallring umschließt das kulturgeschichtlich besondere Gräberfeld mit seinen historisch einmaligen Grabsteinen. Der zweite, der „neue“ Friedhof, liegt in der Lindenstraße und wurde 1914 angelegt. Er ist in seiner gewachsenen Struktur mehrfach erweitert worden. 1980 wurde die jetzige Friedhofskapelle eingeweiht. Sie ist ein würdiger Ort, um von geliebten Menschen Abschied zu nehmen.

Am Markt 7
25712 Burg / Dithm.
Tel. (04825) 2234
Fax (04825) 8300
E-Mail: burg@kirche-dithmarschen.de
Webseite: www.kirche-burg.de

Text: Jochen Bufe

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