St. Michaelisdonn

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1611 wurde die kleine Gemeinde mit dem Bau ihrer Kirche selbständig, blieb aber weiterhin dem Kirchspiel Marne, zu dem es gehörte, verbunden. Die einfache Saalkirche unter einer Holzbalkendecke erweiterte man 1730 nach Westen. Der Dachreiter wurde 1747 aufgesetzt. Die Kirche ist benannt nach dem Erzengels Michael.

Ein auffälliger Kontrast zum Gotteshaus ist der kupfergedeckte und verklinkerte Beton-Glockenturm von 1964. Er ist fast 32 Meter hoch und trägt eine vergoldete Turmkrone aus Kupferblech. Er war so aufgestellt worden, dass der Durchgang direkt zum damaligen seitlichen Haupteingang der Kirche führte. Als später der Bau erweitert wurde, kam der Haupteingang an die Stirnseite und der seitliche bisherige Haupteingang, über dem innen ein Balken angebracht ist, der zum alten Altar von 1611 gehörte, wurde zum Seiteneingang. Pastor Otto Wulf, der an der Planung des Turmstandortes beteiligt gewesen war, bedauerte das sehr.

1680 war der Altar nicht mehr zu gebrauchen. Nach dem Vorbild Windbergen wurde ein neuer geschnitzt. In Windbergen wurde 1742 der Altar neu zusammengesetzt. Heutzutage kann man also den Altar von St. Michaelisdonn betrachten, wenn man wissen will, wie der Altar in Windbergen vor 1742 ausgesehen hat. Der hölzerne Altaraufsatz wurde 1684 gestiftet, aber erst neun Jahre später aufgestellt.

Das 1699 gemalte Bild zeigt das Heilige Abendmahl. Aus dem späten 17. Jahrhundert stammt die Taufe im Knorpelbarockstil. Auf dem Taufdeckel ist die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer dargestellt, darüber schwebt die Taube, das Symbol für den Heiligen Geist. Die geschnitzte Kanzel von 1702 zeigt im Zentrum den Auferstandenen mit Siegesfahne.

Paul-Heinrich Gnekow, der Steinmetz und Bildhauer aus Marne, der zahlreiche Sakralarbeiten geschaffen hat, stattete auch den neuen Haupteingang zur Kirche mit einem anschaulichen Relief über dem Eingang aus, dem Kampf des heiligen Michael mit dem Drachen. Der Meister wollte den Drachen über dem Eingang mit sieben Köpfen versehen, um die Boshaftigkeit bildlich darzustellen. Wie es in der Offenbarung heißt: „Da kam ein roter Drache mit sieben Köpfen und Kronen darauf“. Er steht für das vollkommen Böse. Es passten aber nur vier Köpfe in das vorgesehene Feld. Da schon so mancher Hof, auch in Dithmarschen, beim Kartenspiel verzockt worden war, wie man sagt, steht für den Künstler auch das Kartenspiel als das Böse da. Deswegen versah er die Köpfe mit den Spielkarten Kreuz, Pik, Herz und Karo. Es befremdete und amüsierte ihn, dass es niemandem aufgefallen war, selbst den amtierenden Pastoren nicht.
Text: Jochen Bufe

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